Sportgemeinschaft Gittersee e.V.

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Dem Schicksal entronnen – ein Krimi mit Gitterseer Beteiligung


Es gibt Tage, an die man sich zeitlebens erinnert. Tage, an denen Außergewöhnliches passiert. Tage, an denen man zwischen Himmel und Hölle hin- und her wandert, ungewiss, wo die Reise endet. Tage, wie den 23.04.2016.


Die erste Mannschaft der SG Gittersee war bereit. Bereit sich dem eigenen Schicksal zu stellen und die punktlose Saison mit aufopferungsvollem Badminton zu revidieren und sich den Verbleib in der Regionalliga (zurück) zu verdienen. Dass dies ein sportlicher Krimi werden sollte, den selbst Dan Brown, Stieg Larsson oder Alfred Hitchcock nicht besser hätten verfassen können, war unseren beteiligten Spielern am frühen Samstagmorgen allerdings noch nicht bewusst. Angespannt und motiviert trafen sich Anne, Isabelle, Sandra, Lutz, Ludwig, Martin, Ronny und Tom in Markkleeberg, um die Saison zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Die gegnerischen Teams betraten als jeweiliger Landesligasieger natürlich mit breiter Brust die angemessen vorbereitete Halle von Markkleeberg. Unser erster Gegner vom BV Marienberg war in Bestbesetzung angereist und schien das Selbstbewusstsein in Taten umsetzen zu wollen.

I. Akt – SG Gittersee I vs. BV Marienberg

Punkt 10 Uhr startete das erste Duell um den Klassenverbleib. Nach erfolgter Vorstellung beider Teams begann die Partie mit dem 1. Herrendoppel und dem Damendoppel. Ronny und Martin stellten sich ihren Kontrahenten Jan Segec und Tom Käßner, wohingegen Sandra und Isabelle gegen Caroline Koinzer und Nathalie Seidel antreten mussten. Beide Spiele waren hart umkämpft. Für unsere Doppel lief es zunächst besser und beide sicherten sich jeweils den ersten Satz. Während das Herrendoppel Satz 2 überraschend klar und souverän mit 21:10 für sich entschied, mussten sich unsere Damen erst einmal geschlagen geben und den Entscheidungssatz bestreiten. Mit Nervenstärke und Spielwitz kämpften sich unsere Mädels zurück in das Match und sorgten schlussendlich für unseren 2. Punkt! 2:0 nach den ersten beiden Spielen – zu diesem Zeitpunkt war die Welt noch in Ordnung. Es folgte das 2. Herrendoppel von Tom und Ludwig gegen Georg Rötzer und Tim Kuchinke. Nach verlorener Seitenwahl lief es anfangs wirklich rund für uns und Satz 1 konnte überzeugend gesichert werden. Doch dann folgte ein Bruch im Spiel und die hochmotivierten Gegner setzten mehr und mehr ihre Spielweise durch. Dem super aufgelegten Tim Kuchinke sollte an diesem Tag auch wirklich alles gelingen, sodass selbst ein Rahmenball noch zuverlässig mit Netzkantenunterstützung den Weg zur Außenlinie fand. Doch daran allein lag es nicht, dass unser Doppel die Sätze 2 und 3 enttäuscht abgeben musste. Zwischenstand nur noch 2:1. Im parallel angelaufenen Dameneinzel hatte es Isi mit Caroline Koinzer zu tun. Im ersten Satz noch chancenlos, fightete sich unsre Dame zurück ins Match und zwang Koinzer in den Entscheidungssatz. Mit hoher Führung gesegnet fehlten Isi nur noch wenige Punkte zum Sieg. Doch Koinzer gab sich nie auf und kam Punkt um Punkt näher, sodass es gegen Satzende wieder ausgeglichen war. Bei 20:19 für Isabelle hofften wir alle, dass sich die Regionalligaerfahrung bezahlt machen würde und die Endphase an uns geht. Im vorentscheidenden Ballwechsel zwang Isi ihre Kontrahentin beinahe in die Knie und hätte den Ball zum Punktgewinn nur noch locker und lässig übers Netz heben müssen. Doch die Nerven hielten dem Druck nicht Stand und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der Ball landete im Netz und Koinzer bekam die Oberhand. Zwei Punkte später war das Spiel vorbei und Marienberg glich zum 2:2 aus. Die Partie war komplett auf Augenhöhe und es folgten das Mixed von Ronny und Sandra gegen Kuchinke/Seidel und das erste Herreneizel von Tom gegen den gleichnamigen Käßner. Beides Spiele mit denen wir insgeheim rechneten und mit vorentscheidendem Charakter für die gesamte Partie. In beiden Matches kam es zu teils spektakulären Ballwechseln. Im Einzel konnte Tom den eigenen Spielplan umsetzen und beide umkämpften Sätze für sich entscheiden. Im Mixed zeigte sich erneut Kuchinkes Tageshöchstform und stellte unser Duo vor große Probleme. In zwei knappen Durchgängen erlangten die Marienberger schlussendlich ihren dritten Punkt. Ausgleich 3:3! Alle Hoffnungen ruhten nun auf Martin im 2. Herreneinzel gegen Rötzer und Ludwig im 3. Einzel gegen Jan Segec. Martin legte los wie die Feuerwehr und erzwang viele Fehlschläge seines Gegners. Satz eins ging mit 21:18 an Höppi. Währenddessen lieferte sich Ludwig ein packendes Spiel mit Segec. Lange Ballwechsel, kaum Fehler auf beiden Seiten und alles gepaart mit dem Druck des erhofften Sieges ergaben ein sehenswertes Match, in welchem sich Segec den Vorteil seiner Erfahrung zu Nutzen machte und Satz eins mit 21:19 für sich entschied. Alles schien auf ein Unentschieden hinauszulaufen, doch wie es sich für einen Krimi gehört, schnappte sich der jeweils Unterlegene des ersten Satzes den darauffolgenden Satz, womit beide Partien im Entscheidungssatz geklärt werden mussten. Martin und sein Gegner kämpften beide mit der nötigen Puste, wobei leichte Vorteile für Martin zu erkennen waren, mit welchen er den kleinen spielerischen Vorteil von Rötzer ausgleichen konnte. Trotz langem Rückstand kam Höppi noch auf 19:19 heran und wollte das Heft nun in die eigene Hand nehmen. Wie so oft im Laufe der kompletten Begegnung mit Marienberg hatte jedoch die Netzkante etwas dagegen und hielt Martins Smash auf dem sicheren Weg in des Gegners Feld noch auf und gab den Big Point an Marienberg. Im entscheidenden Ballwechsel zwang Martin sein Gegenüber am Netz in die Knie, hatte freie Schussbahn, zielte diesmal höher und… leider knapp ins Aus. 19:21 im dritten Satz, 3:4 in der Begegnung und alle Blicke ruhten nun auf Ludwig. Dieser hatte jedoch damit zu kämpfen dem immer sicherer werdenden Segec Stand zu halten. Mit diversen Psychotricks begleitet gab der Marienberger Routinier alles, was er sich in seiner langen Badmintonkarriere angeeignet hat und zog Punkt um Punkt von dannen. Letztlich blieb uns nichts anderes übrig als dem Gegner zum Sieg zu gratulieren und den vergebenen Chancen hinterher zu trauern. Mit 10:11 Sätzen und 391:400 Punkten nicht Unentschieden zu spielen ist arg unglücklich und deckte sich mit den Erfahrungen unserer bisherigen Saison.

II. Akt – BV Marienberg vs. TSV Ansbach

Die spielplanbedingte „Zangspause“ nutzen wir zur Gegneranalyse und Unterstützung unserer sächsischen Kontrahenten vom Spiel zuvor – nicht ganz uneigennützig, da ein hoher Sieg der Marienberger für uns den positiven Effekt gehabt hätte, dass wir bereits mit einem Unentschieden gegen Ansbach weiter kommen könnten. Zu unserem Leid gesellte sich nun das „Momentum“ bei den wichtigen Ballwechseln, Netzrollern und Schiedsrichterentscheidungen weg von den Marienbergern, hin zu den Nordbayern, welche zudem von ihrer Frische gegenüber den Sachsen profitierten. Die Bayern machten sich diese Vorteile zu Nutze und rangen den Marienbergern Punkt um Punkt ab, sodass sich unsere Situation immer weiter verschlechterte. Glücklicherweise behielt abermals Jan Segec im letzten Match die Oberhand und erzwang zumindest noch das 4:4 für sein Team, welches den Aufstieg damit bereits sicher hatte.

III. Akt – TSV Ansbach vs. SG Gittersee

Die Ausgangssituation war für uns damit klar – die Gegner durften keine 4 Punkte erlangen! Noch zu Beginn der Partie hätte wohl kaum jemand noch auf uns gesetzt, doch wir waren entschlossen uns nicht aufzugeben und bis zum Umfallen zu kämpfen. Mit der gleichen Aufstellung, wie gegen Marienberg gingen wir in die Partie und somit gingen für uns im ersten Herrendoppel wieder Ronny und Martin ins Spiel. Konzentriert und abgeklärt holten sich beide das Spiel zu unseren Gunsten und brachten uns mit 1:0 in Führung – Hoffnung war geboren! Die Damen machten es erneut spannend, konnten ihr spielerisches Niveau aber leider nicht konstant hoch halten. In drei Sätzen ging der Punkt an die Ansbacherinnen. 1:1 – ein kleiner Dämpfer. Nun stand das zweite Herrendoppel auf dem Plan. Ludwig und Tom hatten noch etwas gut zu machen aus der ersten Partie und drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Die Gegner waren dem Druck nicht gewachsen und wir konnten uns den zweiten Punkt sichern. 2:1 – soweit so gut! Martin und Isi sollten uns weiter in Front bringen, hatten jedoch mit starken Kontrahenten, dem Druck und der Ausdauer zu kämpfen. Konnte Martin seinen Gegner zumindest noch in den dritten Satz zwingen, war für Isabelle bereits nach zwei Sätzen Schluss. Ein Rückschlag, ein kleiner Schock – die erneut gute Ausgangsposition verwandelte sich in einen Rückstand: 2:3 und damit kein weiterer Spielraum für Niederlagen. Jedes Spiel hatte nun Endspielcharakter! Tom ging selbstbewusst ins erste Herreneinzel und schien sich seine beste Saisonleistung für genau dieses Match aufgespart zu haben. Unter Freisetzung aller seiner noch vorhandenen Kräfte gab er keinen Ball auf und rang seinen Gegner in zwei Sätzen nieder. 3:3 – Ausgleich! Parallel dazu lieferten sich Ronny und Sandra ein ebenso hochklassiges wie spannendes Match mit der gegnerischen Mixedpaarung und brachten uns schließlich verdient mit 4:3 in Front…

Das letzte Spiel lief mittlerweile schon. Ludwig Bram, diese Saison behutsam mit Kurzeinsätzen in die erste Mannschaft herangeführt, hatte nun sämtlichen Druck auf seinen Schultern lasten. Sein Gegner – in der gesamten Saison in der Bayernliga übrigens ungeschlagen im Einzel – ließ unseren jungen Hoffnungsträger mit seiner recht unkonventionellen Spielweise allerdings nicht ins Spiel kommen. Beim Stand von 11:3 zu unseren Ungunsten richteten sich nun alle Blicke auf dieses entscheidende Duell. Zu unserem Glück gehörte eins dieser Augenpaare dem uns unterstützenden Marcel Bachmann vom TSV Dresden, der das Coaching in einer Phase übernahm, in welcher unsereins mit 200er Puls wohl kaum ein sinnvolles Wort verloren hätte. Ludwig hatte nun einen Plan. Satz eins konnte er damit jedoch nicht mehr retten – 21:11 für den Ansbacher und lauter Jubel auf des Gegners Seite. All dies ließ Ludwig scheinbar unberührt und er konnte den zweiten Satz ausgeglichener gestalten. Wo zwischenzeitlich schon alle Hoffnungen verloren schienen, packte Ludwig immer bessere Schläge aus und kämpfte seinen Gegner mit 21:15 nieder. Entscheidungssatz! Auf der schlechteren der beiden Seiten blieb Ludwig stets in Reichweite seines Gegenübers und wechselte mit einem 9:11 Rückstand die Seite. Die folgenden Punkte waren unheimlich wichtig und Ludwig schnappte sich einen nach dem anderen bis zum 12:12 Ausgleich. Jeder einzelne Punkt wurde mittlerweile mehr gefeiert als sonst ganze Satzgewinne. Die Last auf Ludwigs Schultern lies diese in ungeahnte Breite wachsen und er übernahm mehr und mehr die Spielkontrolle. Bei einem Stand von 15:15 konnte er sich immer weiter absetzen und die Nervosität bekam nun beim Ansbacher Überhand. Der Druck mit dem Anfangs scheinbar Ludwig zu unterlegen schien, hatte sich mittlerweile auf den Gegner gelegt, der zahlreiche Fehler produzierte. Ludwig spielte wie im Rausch und konnte sich auf 20:15 absetzen. Unseren Stoßgebeten folgend gab der Gegner ihm eine Chance, welche Ludwig dankend annahm. 21:15! 5:3! Sieg! Klassenerhalt! Ekstase! Was folgte ist mit Worten schwer zu beschreiben – eine unfassbare Befreiung für uns alle und ein zumindest für diesen Tag verdienter Klassenerhalt unserer Mannschaft. Wir bedanken uns hiermit bei allen, die an uns geglaubt, uns unterstützt und in dieser Saison mit uns im Team gespielt haben und freuen uns, auch nächstes Jahr wieder in der Regionalliga aufschlagen zu dürfen! Dieser Tag wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben und auch wenn wir das Erlebte am Ende sehr genossen haben, wären wir dankbar, wenn es beim nächsten Mal nicht wieder solch ein Krimi sein muss.

Auf eine erfolgreiche Zukunft!

 

Eure 1. Mannschaft der SG Gittersee

 

Video vom 23.04.2016:

 

Ergebnisse:

  • SG Gittersee - BV Marienberg: 3-5 >klick<
  • BV Marienberg - TSV Ansbach: 4-4 >klick<
  • TSV Ansbach - SG Gittersee: 3-5 >klick<

 

 

Presseschau:

 

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